LOGO!MAT eCart — Schienengeführte Werkstückträger

Das schienenbasierte Fördersystem für Montage- und Testautomation

Selbstfahrende Werkstückträger auf passiver Schiene — sicher, kurze Taktzeiten, höchste Verfügbarkeit. 50 bis 2.000 kg Nutzlast, ±0,6 mm Positioniergenauigkeit, 24/7 ohne Ladeunterbrechung.

±0,6 mm
Positioniergenauigkeit
>99,5 %
Verfügbarkeit
2.000 kg
Max. Nutzlast
>80 %**
Energieeinsparung vs. konventionelle Technik

* 24 m/min ist das mechanische Maximum mit dem Serienantrieb. Im Werkerbereich muss die Geschwindigkeit auf die für die jeweilige Anwendung maximal sichere Geschwindigkeit reduziert werden.
** Gemessen in innerbetrieblichen Tests im Vergleich zu konventioneller Fördertechnik im Dauerbetrieb.

Was ist das LOGO!MAT eCart?

Im Unterschied zu fahrerlosen Transportsystemen folgt das LOGO!MAT eCart einer definierten Schienenstrecke. Selbstfahrende Werkstückträger mit dezentralem Antrieb bewegen sich auf einer passiven, wartungsfreien Schiene und werden kontinuierlich über eine integrierte 48V-DC-Stromschiene versorgt. Es sind keine Batterien, keine Ladezeiten, keine Verkehrssteuerung erforderlich. Verkabelung und elektrische Hardware sind systemseitig bereits integriert — die Schnittstellen zu Stationen und übergeordneten Systemen sind klar definiert.

Das System ist entwickelt für strukturierte Montagelinien, in denen deterministische Taktzeiten, höchste Positioniergenauigkeit und 24/7-Verfügbarkeit nicht verhandelbar sind — insbesondere in der Elektromobilität, der Automotive-Montage und der Prüfautomation. Dynamische Fahrprofile ermöglichen maximale Skalierbarkeit: von einfachen linearen Strecken bis zu komplexen Mehrlinien-Layouts. Als Industrie-4.0-fähiges System kommuniziert jeder Träger bidirektional mit der übergeordneten SPS-Steuerung und ermöglicht vollständige Prozesstransparenz entlang der gesamten Linie.

Sicherheit ist integraler Bestandteil des Systems: Das zweikanalige Bremssystem ist TÜV-zertifiziert nach ISO 13849-1 Performance Level D und erlaubt kollaborativen Betrieb mit direktem Werkerkontakt — ohne Schutzgitter, ohne Laserscanner.


Anwendungsbereiche

Das LOGO!MAT eCart System ist auf die Anforderungen strukturierter, hochintegrierter und kostenbewusster Montagelinien ausgelegt — in Branchen, in denen Taktzeit, Traglast und Prozesssicherheit entscheidend sind.

E-Mobilität & Batteriemontage

Industriestandard für die Montage von Batteriemodulen und -packs bis 2.000 kg — bei führenden OEMs und Tier-1-Zulieferern.

Automotive Powertrain & Achsmontage

Achsen, Getriebe und Antriebsstränge stellen höchste Anforderungen an Traglast und Positioniergenauigkeit. Das eCart transportiert schwere Antriebskomponenten präzise und taktgenau durch jede Montagestation.

Prüf- & Testautomation

Die integrierte 48V-Stromschiene versorgt Prüfaufbauten direkt auf dem Träger — EOL-Tests und Funktionsprüfungen können teilweise taktzeitneutral während der Fahrt oder an der Station durchgeführt werden, ohne separate Energieversorgung.

Maschinenbau & Schwermontage

Schwere Baugruppen bis 2.000 kg, kollaborativer Betrieb ohne Schutzzäune, vollständig begehbare Förderstrecke — das eCart-System lässt sich an die Anforderungen komplexer Sondermaschinen und Montageanlagen anpassen.


Vier Varianten — eine Plattform

Alle eCart-Varianten nutzen dieselbe modulare Architektur mit maximaler Gleichheit von Hardware und Komponenten. eCart 700 und 700+ teilen dieselbe 700-mm-Strecke und können kombiniert werden; der eCart 600 läuft auf einer schmaleren 600-mm-Schiene. Wählen Sie anhand Ihrer Nutzlast.

eCart 600

  • Nutzlast: 50–600 kg
  • Grundfläche: 900 × 600 mm

Ideal für: Elektronik, Getriebe und Standard-Montageprozesse bis 600 kg

eCart 700

  • Nutzlast: 50–1.350 kg
  • Grundfläche: 1.000 × 700 mm

Ideal für: Automotive Powertrain, EV-Batteriemodule und universelle Schwerlast-Montage

eCart 700+

  • Nutzlast: bis 1.500 kg
  • Grundfläche: 1.000 × 700 mm

Ideal für: Automotive Powertrain-Komponenten, schwere Batteriemodule und Achsbaugruppen bis 1.500 kg

eCart 700 Heavy

  • Nutzlast: bis 2.000 kg
  • Grundfläche: 1.000 × 700 mm

Ideal für: EV-Batteriepacks (Vollpacks), schwere Nutzfahrzeugachsen und -rahmen, Großmotoren, Hydraulikaggregate und Presswerkzeuge bis 2.000 kg

Schnellauswahl: Nutzlast bis 600 kg → eCart 600 · bis 1.350 kg → eCart 700 · bis 1.500 kg → eCart 700+ · bis 2.000 kg → eCart 700 Heavy

Was das System auszeichnet

Jeder Vorteil basiert auf messbaren Kennwerten — keine Marketingsprache.

1 Vollständig begehbar — ohne Gruben, ohne Absperrungen

Die Förderstrecke hat eine Mindestbauhöhe von 220 mm und ist komplett begehbar. Bediener können die Linie jederzeit queren — keine Schutzgitter, keine Lichtschranken, keine verlorene Produktionsfläche. Das System stellt keine besonderen Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit. Vorhandene Hallenböden können unverändert genutzt werden — aufwändige Bodenaufbereitungen entfallen.

2 Staudruckloses Stauen

eCarts stauen mit variabel einstellbarem Abstand ohne mechanischen Kontakt zueinander. Kein erhöhter Staudruck — auch bei sehr vielen eCarts stoppt jeder Träger stets gedämpft und sanft. Kritisch bei empfindlichen Baugruppen wie Batteriemodulen oder Elektronikkomponenten. Kein Staudruck bedeutet kein unkontrolliertes Auffahren — ein inhärentes Sicherheitsmerkmal, das keine zusätzliche Überwachung oder Sensorik erfordert.

3 Performance Level D — zertifiziert für kollaborativen Betrieb

Das zweikanalige Bremssystem der eCarts und der Drehmodule ist TÜV-zertifiziert nach ISO 13849-1 Performance Level D. Die Geschwindigkeit ist sicher begrenzt auf einen Bremsweg kleiner als der Bumperweg. Bei Berührung einer Sicherheitsstoßleiste stoppt der eCart kontrolliert — auch bei 2.000 kg Nutzlast. Betrieb mit direktem Werkerkontakt ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen ist zulässig.

4 24/7 ohne Ladeunterbrechung

Die integrierte 48V-DC-Stromschiene versorgt jedes eCart kontinuierlich — keine Batterien, keine Ladezyklen, keine Flottenausfälle. Die Stromschiene ist wartungsfrei und extrem langlebig. Kein Batterietausch, keine Ladeinfrastruktur, keine batteriebedingte Stillstandsplanung — das senkt die Gesamtbetriebskosten über die gesamte Anlagenlebensdauer erheblich.

5 Selbstdiagnose verhindert Stillstände

Jeder eCart überwacht sich kontinuierlich selbst. Auftretende Probleme werden erkannt und an die Hauptsteuerung gesendet, bevor es zum Stillstand kommt. Betroffene eCarts können basierend auf diesen Meldungen automatisiert auf Ausschleusestrecken gebracht werden — der Rest der Linie läuft mit voller Ausbringung weiter.

6 Einfach erweiterbar und umrüstbar

Der modulare Schienenaufbau ermöglicht Erweiterungen und Layout-Änderungen ohne Umbau der gesamten Anlage. Einzelne Streckensegmente werden hinzugefügt, verschoben oder neu konfiguriert — das System wächst mit Ihrer Produktion. Dank dezentraler Steuerungsarchitektur sind Umbauten nicht nur mechanisch, sondern auch elektrisch schnell umsetzbar — häufig realisierbar in Pausen, Wartungsschichten oder am Wochenende.


SPS-Kompatibilität & Schnittstellen

Das LOGO!MAT eCart System wird direkt in das Netzwerk einer Verkettungssteuerung oder eines vorhandenen Anlagennetzwerks eingebunden.

Feldbusse
Alle Ethernet-basierten Bussysteme, Profinet, EtherCAT
Bidirektionale Kommunikation
Datenaustausch zwischen eCart und SPS an jeder Stoppstelle
Webvisualisierung
Statusanzeige und Parametrierung ohne Software, auf HMI routbar
UDPs & Bausteine
Vordefinierte Alarmtabellen und Ansteuerungsbausteine für schnelle Projektierung
WLAN optional
WLAN-Integration möglich, aber nicht erforderlich
MES-Integration
Anbindung an Intralogistik- und MES-Systeme

Wann ist das eCart nicht die richtige Wahl?

Das LOGO!MAT eCart ist optimiert für strukturierte, hocheffiziente Montagelinien.

Anforderung Warum nicht eCart Stattdessen
Logistiktransport zwischen Hallen / Gebäuden eCart benötigt feste Schienenstrecke → AGV / FTS
Mischbetrieb auf vorhandenen Fahrwegen Dedizierte Schienentrasse erforderlich → AGV / FTS
Lange Taktzeiten, nur 2–3 Fahrzeuge Schieneninfrastruktur nicht wirtschaftlich → AGV / FTS
Starke Verschmutzung / Ölbeaufschlagung Sensible Antriebstechnik → Rollenförderer
Viele Träger, geringes Gewicht, niedrige Geschwindigkeit System für diese Anforderung überdimensioniert → Rollenförderer

Technische Daten

Variantenspezifische Daten

Spezifikation eCart 600 eCart 700 eCart 700+ eCart 700 Heavy
Nutzlast 50–600 kg 50–1.350 kg bis 1.500 kg bis 2.000 kg
Basis Grundfläche 900 × 600 mm 1.000 × 700 mm 1.000 × 700 mm 1.000 × 700 mm

Systemweite Daten (alle Varianten)

Spezifikation Wert
Fahrgeschwindigkeit (Bereich) 2–24 m/min*
Positioniergenauigkeit ±0,6 mm
Bauhöhe Förderstrecke min. 220 mm, vollständig begehbar
Betriebsspannung 48V DC, integrierte Stromschiene
Verfügbarkeit >99,5 %
Sicherheitsniveau Performance Level D (ISO 13849-1)
Energieeinsparung >80 %** vs. konventionelle Technik

* 24 m/min ist das mechanische Maximum mit dem Serienantrieb. Im Werkerbereich muss die Geschwindigkeit auf die für die jeweilige Anwendung maximal sichere Geschwindigkeit reduziert werden.
** Gemessen in innerbetrieblichen Tests im Vergleich zu konventioneller Fördertechnik im Dauerbetrieb.

Systemkomponenten

Nr. Komponente Beschreibung
01 eCart Elektrisch angetriebener Werkstückträger, flexible Länge, eigensicher, staudruckloses Stauen, Daten speichern
02 Hydraulischer Scherenhubtisch 300 mm Hub, bis 1.500 kg, elektrohydraulisch, optional encodergesteuert, eigensicher
03 Elektrischer Spindelhubtisch 300 mm Hub,bis 1.500 kg, encodergesteuert, Höhenanpassung während Fahrt möglich, eigensicher
04 Bahnstrecke Passiv, wartungsarm, vollständig begehbar, integrierte Stromschiene und Stopperaufnahme
05 Kommunikationsstopper Berührungsloser Stopper, BUS-Anbindung, Datenkommunikation an eCarts
06 Absteckeinheit Sichere Abfrage, mechanisches Fixieren der eCarts, elektrisch angetrieben, manuelle Notentriegelung, ±0,6 mm Fahrtrichtung, an jedem Stopper nachrüstbar
07 Stoppergateway Bis zu 12 Stopper mit einem Bus-Teilnehmer, IP67
08 Stromversorgungsmodul Dezentrale 48V-Versorgung des Systems, 400–480V Zuleitung vom Kunden, lüfterlos, alle Anschlüsse steckbar
09 Drehmodul Anschluss über Ethernet, komplett verkabelt, 90°- und 360°-Versionen, bis zu 6 flexible Abgangswinkel, Webvisualisierung
10 Liftgate Manuell oder automatisch, ein- oder zweiflügelig
11 Shuttle Anschluss über Ethernet, komplett verkabelt, bis zu 4 Abgänge je Seite, inkrementale Positionseinstellung, Webvisualisierung
12 Andockrahmen Mechanische Verriegelung ohne Steuerung, unabhängig vom Hubmittel
13 Lift Bis zu 4 m Hubhöhe, vier Sicherheitsbremsen, projektspezifisch

Häufig gestellte Fragen

Ist das LOGO!MAT eCart ein fahrerloses Transportsystem (FTS)?

Nein. Im Unterschied zu fahrerlosen Transportsystemen folgt das LOGO!MAT eCart einer definierten Schienenstrecke — Werkstückträger bewegen sich nicht autonom durch den Hallenraum. Das ist kein Nachteil, sondern der Kern des Systems: Eine feste Schienenführung garantiert deterministische Taktzeiten und ±0,6 mm Positioniergenauigkeit, ohne den Einsatz von Laserscannern — beides ist mit einem FTS systembedingt nicht erreichbar.

Für welche Anwendungen ist das eCart nicht geeignet?

Das System ist optimiert für strukturierte Montagelinien mit definierten Stationsabfolgen. Es ist nicht die richtige Wahl, wenn die Hauptaufgabe Logistiktransport zwischen verschiedenen Hallenbereichen oder Gebäuden ist, wenn vorhandene Fahrwege mitgenutzt werden sollen, bei sehr langen Taktzeiten und nur 2–3 Fahrzeugen, bei hohem Verschmutzungsgrad und starker Ölbeaufschlagung, oder wenn sehr viele Werkstückträger bei geringem Gewicht und niedriger Geschwindigkeit benötigt werden.

Welche SPS-Systeme und Feldbusse sind kompatibel?

Das eCart-System ist kompatibel mit gängigen industriellen Steuerungsarchitekturen und unterstützt alle Ethernet-basierten Bussysteme, insbesondere Profinet und EtherCAT. Für projektspezifische Integrationsfragen sprechen Sie unser Engineering-Team an.

Wie lange dauert die Inbetriebnahme einer Standardanlage?

Aufbau und Inbetriebnahme dauern in der Regel etwa halb so lang wie bei einem vergleichbaren herkömmlichen Transportsystem — ein direktes Ergebnis des modularen Schienenaufbaus und der dezentralen Steuerungsarchitektur. Für projektspezifische Zeitplanung kontaktieren Sie unser Projektierungsteam.

Kann das System nachträglich erweitert werden?

Ja. Der modulare Schienenaufbau erlaubt Erweiterungen durch zusätzliche Streckensegmente und Träger, ohne die bestehende Anlage grundlegend zu verändern. Stoppeinheiten können entlang der Linie verschoben oder hinzugefügt werden. Das System ist darauf ausgelegt, mit der Produktion zu wachsen und sich zu verändern.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Alle eCarts werden bei Stromausfall sicher und kontrolliert gestoppt. Für detaillierte Informationen zum Notlaufverhalten wenden Sie sich an unser Engineering-Team.

Wie unterscheidet sich die TCO gegenüber einem AGV-System?

Der direkte Vergleich hängt von der konkreten Anwendung ab — in strukturierten Montagelinien schneidet das eCart-System in der Regel deutlich besser ab: niedrigere Beschaffungskosten, keine Batterien und damit kein Batterietausch und keine Batteriewartung, keine Scannerwartung, keine Bodensanierung erforderlich, und Umbauten sind häufig ohne Fremdleistung im eigenen Betrieb umsetzbar.

Welche Sicherheitszertifizierungen hat das System?

Das LOGO!MAT eCart ist TÜV-zertifiziert nach ISO 13849-1 Performance Level D. Das zweikanalige Bremssystem ermöglicht kollaborativen Betrieb mit direktem Werkerkontakt ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Lichtschranken.


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3D-Grundmodell eCart 600 STEP (CAD)
3D-Grundmodell eCart 700 STEP (CAD)

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